Samstag, 11. Januar 2014

Ganz viele neue Bilder

Die Schüler vom St. Joseph Internat

Unsere indischen Pfarrer und die Leherer von St. Joseph

Bananenplantage in Marangu

Wasserfall in Marangu

Ausflug mit Nele in den Urwald

Sternsingerdenkmal in Himo

unsere Christmascorner

Die Weihnachtskrippe in der Kirche

Sister Eugenia

Sister Maria Goretti

Sister Devota

Laura und ich an Weihnachten

die drei Mwangamaedels mit Christmaskleid

Auf dem Weg zum Nyumba ya mungu (genau dort hatten wir eine Reifenpanne)

nyumba ya mungu

Rebekka und ich im Kanu auf dem See

Petronilla (unsere Nachbarin) und ich

wir und Thadeus (unser Chorleiter)

Jasmin und ich in Arusha in den letzten stunden von 2013

"dip dip" singen am lake jipe

Lake jipe

Mango ernte

Dinner for one über den Dächern von Arusha

Das gigantische licht in Marangu

Swimingpool am fusse des Kilimanjaro

Die Silvestercrew

Reibekuchen


Bananen :)

Heri ya mwaka mpya



Erstmal wuensche ich euch allen nur das Beste fuer das neue Jahr 2014, in dem ich ja die meiste Zeit hier in Tansania verbringen werde.
Wir haben in den letzten Wochen des alten Jahres noch ziemlich viel erlebt und auch einen wirklich tollen Start ins neue Jahr gehabt.

Im Dezember war ja wie gesagt in der Schule nicht allzuviel los. Die Pre Form one Schuelerinnen haben Examen geschrieben, welche wir wieder abtippen, beaufsichtigen und korrigieren durften. Wir haben ausserdem beim Ausstellen der Zeugnisse fuer die anderen Schuelerinnnen sowie beim Einordnen der ca. 300 Zeugnisse in diverse Mappen geholfen. Das war teilweise ein ganz schoenes Geschaeft weil Ordnung hier nicht allzu gross geschrieben wird.
An den Wochenenden habe wir dann die freie Zeit genutzt und diverse Ausfluege hier in der Naehe gemacht. Am 10.12.13 wurden wir von vier indischen Pfarren eingeladen ihr neu gegruendetes Jungeninternat zu besuchen und mit den Jungs ein bisschen zu spielen und zu diskutieren. Wir hatten einen der Pfarrer bereits einmal hier in der Kirche gesehen. Die Schule in Kifaru (ca. 20 min mit dem Auto von uns entfernt) ist einfach wunderschoen. Dort leben ca. 50 Jungs die im selben Alter sind wie die Pre-form Maedels bei uns. Sie haben aber im Gegensatz zu unserer Schule total viel Platz und Zeit zum Spielen und die Pfarrer sowie die vier Lehrer lehnen die Strafe mit dem Stock ab, was uns natuerlich total beeindruckt hat. Ausserdem ist das Verhaeltnis zwischen Lehrern und Schuelern einfach total gut.
Was wirklich bewundernswert ist, ist die Zeitspanne in der die 4 Pfarrer diese Schule auf die Beine  gestellt haben. Sie sind erst im Juni angereist und schon im Dezember kamen die ersten Schueler und wurden dort unterrichtet. Da uns das ganze Klima dort so gut gefallen hat, haben wir diese Schule auch als neue Einsatzstelle an die Caritas weiterempfohlen.
Wir haben mit den Jungs dort Voelkerball gespielt was wirklich total lustig war und als die Jungs dann mal verstanden hatten um was es ging waren sie mit ganzem Koerpereinsatz dabei. Wir wurden dann von allen zu einem gemeinsamen Ausflug zum Lake Jipe am kommenden Samstag eingeladen.
Zu einem See direkt auf der Grenze zu Kenia zu fahren war natuerlich eine Chance die wir uns nicht entgehen lassen wollten. Uns so sassen wir am Samstag mit den Pfarrern, den Lehrern und den Schuelern im Bus und holperten erst zu einer anderen Seconday school, die die Jungs sich anschauen sollten und dann in ein Fischerdorf am Lake Jipe. Wir fuhren durch wirklich wunderschoene total gruene Landschaften aber dann direkt am See war alles wieder kahl und trocken. Die Jungs hatten einen grossen Spass und wir sangen mit ihnen ein paar Lieder. Den See selber hat man wegen des hohen Schilfes leider nicht gesehen und baden haette man wegen der Bilharziose und den Krokodilen und Flusspferden sowiso nicht gekonnt.
Auf dem Rueckweg durften die Jungs noch einen riesigen Mangobaum abernten und das sah einfach so toll aus wie alle unter diesem Baum standen, sich von Mangos beregnen liesen und alle Taschen und Rucksaecke bis zum Anschlag vollstopften. Mittag assen wir dann in einer “Kirche” die eigentlich nur ein halbfertiges Steingebaeude war. Auf einmal hat es leider angefangen wie aus Kuebeln zu schuetten und ungluecklicherweise war der Bus nicht ganz wasserdicht. In Kifaru angekommen kamen die Jungs fast nichtmehr in die Schule da die komplette Strasse ueberflutet war. 
Ein aehnliches Problem hatten wir auch in Mwanga. Dort war naemlich die Hauptverkehrsstrasse von einem reissenden Fluss gekreuzt worden. Naja, da standen wir dann und kamen nicht mehr Heim aber dank unseren Chorconnections haben wir dann eine Frau gefunden die uns nach ca. 1,5 Stunden warten mit ihrem Auto heimgefahren hat ,denn das Wasser war wieder gesunken. Doch trotzdem war es immer noch eine Herausforderung ueber die Matschstassse zu uns nach Hause zu fahren. Die Schwestern haben uns erzaehlt, dass bei dieser Ueberschwemmung sogar eine Frau ums Leben gekommen sei als sie in den Fluss gespuehlt wurde. 

Das kommende Wochenende verbrachten wir dann bei Nele, einer anderen Freiwilligen in Himo ca 1,5h von uns entfernt. Zusammen mit ihr machten wir einen Ausflug in das wunderschoene Bergdorf Marangu. Dort wurden wir von einem Guide zu den bekannten Wasserfaellen gefuehrt. Dazu mussten wir ersteinmal eine Stunde durch Bananenplantagen und Urwaelder laufen. Als wir den grossen Wasserfall sahen hatte uns das eigentlich gereicht aber der Guide wollte mit uns direkt an den Wasserfall. So mussten wir durch einen ziemlich reissenden Fluss waten und an einem total nassen und glitschigen Felsen hochklettern. Naja, dabei ist Nele leider 2 mal komplett ins Wasser gefallen (einmal mit Guide) und auch ich hing einfach nur noch an einem Arm des Guides ueber dem Fluss. Das waren zwar kurze Schrecksekunden aber dafuer war es definitiv ein Abenteuer. Und das Tolle war das man in dem Fluss sogar baden konnte und da wir sowiso schon nass waren haben wir das dann auch gemacht. Wer kann schon von sich behaupten, dass er kurz vor Heilig Abend in einem Urwaldswimmingpool gebadet hat? Wieder zurueck in Marangu haben wir dann noch fuer umgerechnet 1, 50 Euro Mittaggegessen und dann das restliche Wochenende bei Nele gemuetlich verbracht.
Tja, und dann stand ja schon Weihnachten vor der Tuer. Am 23. musste naturlich erstmal alles blitzblank sauber gemacht werden. Am 24. waren zwei unserer Schwestern auf einer Beerdigung aber die dritte Schwester hat zusammen mit unserer Haushaelterin alles fuer das Fest vorbereitet. Wir halfen beim dekorieren, was hier aber nicht Weihnachtsbaumschmuecken und Krippe aufstellen bedeutet. Erstmal wurden die Sofas neu bezogen und dann wurde die Weihnachtsecke gestaltet. Dazu wurden Palmen und ein grosses Styroporteil angeschleppt und mit Weihnachtskarten und knallbunten Girlanden verziert.
Um halb 8 sassen wir dann puenktlich zur Gebetsstunde in der Kirche. Und als ich diese sonst so kahle und wirklich nicht sehr schoene Kirche betrat war ich wirklich begeistert. Die komplette vordere Wand war mit roten und gelben Tuechern verhaengt worden und rechts und links standen Palmenzweige und jeweils ein Plastiktannenbaum mit bunten Lichterketten. Ausserdem war eine grosse, schoene Krippe aufgestellt worden und am Altar hingen Lichterketten und eine glitzernde “Merry Christmas” Girlande. Auch an der Decke waren Faehnchen angebracht. Nach dem Gebet ging dann das Krippenspiel los und das war wirklich wunderschoen. Fast der gesammte Text war gesungen und es wurde nicht nur von Kindern gespielt, wie das bei uns so ueblich ist. Trotz das es auf Kiswahili war haben wir relativ viel verstanden und die Lieder sowie die ganze Inszinierung waren wirklich toll.
Nach dem Krippenspiel begann die eigentliche Christmette. Rebekka und ich sagen dabei im Chor. Der Witz schlechthin waren unsere Weihnachtschoruniformen. Wir trugen quitschgruene Regenkittel die stark nach Froschkostuemen aussahen und unter denen man ziemlich schwitzte. Aber naja die Schwestern bezeichneten sie als “smart”,
Trotz das wir uns ziemlich einen abgeschwitz haben kamen wir mithilfe der Weihnachtslieder, unter anderem 'Gloria in Excelsis deo' und der tollen Dekoration ziemlich in Weihnachtsstimmung.
Was mir richtige Gaensehaut gemacht hat war die anschliessende Autofahrt nach Hause als wir das Auto wieder voll gepackt haben und alle zusammen nochmal Weihnachtslieder gesungen haben.
Als Abschluss des Heiligen Abends gab es dann noch superleckeres Essen: Chapati, Kuchen, Mandazi und Huehnchen uns sogra Soda und Wein.
Den ersten Weihnachtstag verbrachten wir wieder vormittags in der Messe (Dieses mal ohne Froschkostuem) und nachmittags in Hikima, einem Socialcenter in Mwanga der auch den Schwestern unseres Ordens gehoert. Dort wurde lecker gegessen und gesungen. Leider bekamen wir am Nachmittag die Nachricht, dass ein Pfarrer verstorben sei, den die Schwestern sehr gut kannten. So war die Weihnachtsfreude wieder abgedaempft.
Der 2. Feiertag oder der so genannte “Boxingday” bagann wieder in der Messe. Nach dem Fruehstueck war dann endlich die Bescherung. Dazu musste ich als Juengste unserer Familie die Weihnachtsgeschenke in der Weihnachtsecke suchen. Wir bekamen von den Schwestern wunderschoene Kitenges geschenkt. Sie haben sich gegenseitig Zahnpasta uebrreicht :)
Nachmittags trafen wir uns dann noch mit Hanna, Jasmin und Laura.
Auch wennWeihnachten hier wirklich total anders war, so bin ich doch froh es einmal erlebt zu haben. Zwar ist die ganze Atmoshphaere in Deutschland schon schoener aber hier erinnert Weihnachten wirklich an eine Geburtstagsparty. Da ist nichts von wegen stille Nacht sondern die Menschen freuen sich einfach nur riesig ueber Jesu Geburt.
Zwischen den Jahren haben wir dann noch mit unserem Chorleiter und unserer Nachbarin einen Ausflug an den Stausee “Nyumba ya Mungu” ( Haus Gottes) gemacht.
Und auch das war einfach ein wunderschoener Tag. Der See lag mitten in der Wueste war aber trotzdem riesengross. Wir durften sogar mit einem Kanu ein Stueck auf den See rausfahren. Baden war wieder wegen den Krokodilen, die dort anscheinend wohnen nicht moeglich. Wir haben auch noch einen kleinen Abstecher zu einer heissen Quelle gemacht in der ein paar Kinder gebadet haben das war auch sehr faszinierend. Zum Abschluss des Tages waren wir noch in einem sehr schoenen Hotelrestaurant essen wo eine riesige Hochzeit gefeiert wurde. 

Am 30.12.13 fand  dann die Beerdigung des an Weihnachten verstorbenen Pfarrers in Kisekibaha statt. Das war nochmal eine andere Dimension als die Beerdingung die wir schon erlebt haben. Es waren alleine 60 Priester da und sogar der Bischof. Ausserdem etliche Schwestern und Leute aus dem Dorf. Da war klar das man auch einen ganze Menge Essen brauchte und so sassen wir da und haben Eimer voll Karotten gerieben oder Wassermelonen geschnitten. Die Beerdigung selber war ziemlich lang aber sehr geschmackvoll. Am Ende bekam jeder eine Rose, die er oder sie dann auf das Grab stecken durfte und das sah wirklich toll aus.
Nach der Beerdigung  gings dann los nach Arusha um dort Silvester mit 12 anderen Freiwilligen zu feiern. Wir wohnten die Tage in einem Backpackershostel mit toller Dachterasse auf der man gemuetlich sitzen und reden konnte. Die Jahreswende verbrachten wir in einem Club nachdem wir zuvor lecker Pizzaessen waren. Ausserdem besuchten wir in Arusha noch den Maasaimarkt auf dem man so gut wie alles haettekaufen koennen weil der Schmuck und die Dekoartikel einfach so wunderschoen sind. Aber es ist auch sehr anstrengend weil einfach jeder Verkaufer offenkundig der Meinung ist, man muesste doch unbedingt seine Produkte kaufen.
Am 02.01.14 ging es dann auch schon wieder Richtung Mwanga, da am naechsten Tag das grosse Lehrermeeting fuer das neue Schuljahr stattfand.
In unseren letzten Ferientagen bekamen wir noch einmal Besuch von Hanna, Jasmin und Laura und haben auch einmal versucht Reibekuchen zu machen. Das Apfelmus ist uns wirklich super gelungen aber die Kuchen waren eher Broesel. Hat aber trotzdem superlecker geschmeckt.
Am Dreikoenigstag sind in unserer Schule dann schon die ersten neuen Form one Schuelerinnen eingetroffen. Rebekka und ich werden vorraussichtlich insgesammt 12 Klassen mit jeweils zwei Wochenstunden unterrichten und werden somit auch ganz schoen beschaeftigt sein.
Was dann hier in Mwanga noch bis zum Zwischenseminar in ca. einem Monat passiert und was wir in Dar es Salaam so fuer Tage erleben, werdet ihr dann in meinem naechsten Blogeintrag erfahrern.
Ich bin gespannt, was das neue Jahr noch so fuer Erlebnisse mit sich bringt!
Bis dahin ganz liebe Gruesse und alles Gute euch :)

Samstag, 7. Dezember 2013

Adventsblog


Habari Habari,


da ich hier gerade das absolut Gegenteil von Vorweihnachtsstress empfinde habe ich genug Zeit um euch mal wieder ueber meine letzten Erlebnisse zu berichten.

Die letzten zwei Novemberwochenenden waren wir hier ziemlich viel am singen da unser Chor jeweils Samstags auf einer Hochzeit und Sonntags in der Messe gesungen hat.

Die Hochzeit am 30.11 war von einer der Chormitgliederinnen,  sodass wir sogar auf der anschliessenden Feier eingelanden waren.

Das Singen in den Gottesdiensten macht echt total viel Spass weil hier ja nicht nur mit dem Mund gesungen wird sondern meist der ganze Koerper mitwippt. Auch wenn wir nie alle Lieder kennen die gesungen werden so bewegen wir doch uneauffaellig unseren Mund und tanzen einfach mit :)

Als ich gehoert habe,  dass wir auf einer Hochzeit singen werden habe ich mich vorgestellt das die Kirche wie in den Sonntagsmessen aus allen Neahten platzt und die Geaste super chick angezogen sind. Doch sowohl in der ersten als auch in der zweiten Hochzeitsmesse bestand ca. die Haelfte der Besucher aus unserem Chor. Zwar hatten beide Braeute wirklich schoene Kleider und Frisuren doch manche Besucher kamen auch in Flip-Flops und der erste Breautigamm hatte einfach nur ein gelbes Hemd an. Das erste Brautkleid war ganz schlicht und weiss und die zweite Braut trug an blau-silbernes Kleid. Aber immerhin war die Kirche feierlich mit Blumen und weissen Tuechern geschmueckt.

Die eigentliche Trauung war sehr kurz. Das Paar und zwei Trautzeugen gingen nach vorne, sie gaben sich ein “Ndio” (ja) dann legte der Pfarrer seine Schearpe auf die Heande und segnete die Trauringe die anschliessend angesteckt wurden. Koerperkontakt hatte das Paar so gut wie keinen und auch sahen  sie irgenwei nicht so richtig gleucklich aus. Doch unser Chor hat richtig super Stimmung verbreitet und das war dann auch ansteckend :)

Als dann die Messe vorbei war kam der eigentlich spektakulaere Teil.  Auf der Hochzeit unseres Chormitglieds haben wir einen Autocorso von der Kirche zum eigentlichen Festplatz gestartet und das war einfach der Wahnsinn. Die Karawane bestand aus 4 Autos welche bis zum Rand vollgequetscht waren. Das Brautpaar hatte sogar ein Keyboard auf dem Schoss. Unsere beiden Chorleiter sind mit ihren Motorraedern slalom um die Autos gefahren. In jedem Auto fand eine eigene Party statt  da alle Insassen laut gesungen und getanzt (sogut das eben in den Autos moeglich war) haben. Dann sind wir im Schritttempo mit Warnblinker und Hupkonzert durch Mwanga gefahren. Am Strassenrand standen Menschen die sich alle umgedreht und gewunken haben. Als wir dann ankamen waren schon ziemlich viele Leute versammelt (unter den Gaesten auch 3 Massai) und es war eine art Altar mit Sofa fuer das Brautpar hingerichtet worden. Wir sangen dann noch ein Lied und eine Moderatorin redete ziemlich viel auf Swahili. Dann gabs Essen das Problem war nur, dass wir draussen waren und es schon beinahe dunkel war und keiner daran gedacht hatte den Platz irgendwie zu beleuchten . Das war natuerlich auch ein Vorteil denn so haben ich nicht genau gesehen, was ich da alles mit den Fingern gegessen habe. Besteck gab es naemlich nicht. Nach dem Essen kam dann die grosse Gaudi fuer die Tansanier- Die vorher feierlich angeschnittene kleine Hochzeitstorte wurde gegenseitig verfuettert. Ich verstehe immer noch nicht was daran so unglaublich lustig sein solle aber die Gaeste haben sich schlapp gelacht. Nachdem wir dann noch unsere Geschenke tanzend uebberreicht hatten ging es leider schon wieder nach Hause.

Mir hat die Hochzeit einfach supergut gefallen, da die Stimmung so genial war und stanendlig laut gejubelt und geklatscht wurde.

Im Gegensatz dazu ist in der Schule hier nichtmehr so viel los. Seit dem 02.12.13 sind nur noch die beiden Pre Form one Klassen hier, da die anderen Schuelerinnen in die Ferien gefahren sind. Nachdem wir die letzten Wochen viel mit Korrigieren von Multiplechoice und Matheaufgaben beschaeftigt waren haben wir jetzt nichtmehr so viel zu tun. Auch hatten wir weahrend der Pruefungszeit die Aufgaben Aufsicht ueber ca. 300 Prueflinge zu machen, gefuehlt 1000 Blatter zusammenzutackern oder Examen abzutippen.  Bei der Korrektur haben wir einen sehr genauen Leistungsschwerpunkt der Schuelerinnen festgestellt der definitiv nicht in Mathematik sondern eher in Englisch liegt :)

Das mit dem Examen aptippen war teilweise ein ziemlicher Akt da hier grad regelmassig Stromasufalle sind und ohne Strom leider nicht viel abgetippt werden kann. Das war auch das Problem als den Lehrern am letzten Schultag noch einfiel so wollten doch Homepackages also Ferienaufgaben fuer die Schuelerinnen machen die wir dann schnell noch aptippen sollten. Naja aber gerade dann war der Strom weg, also wurden wir am spaten Nachmittag nochmal zu Hause angerufen und uns wurde gesagt  wir sollten doch nochmal kommen jetzt sei der Strom wieder da -wie sich herrausstelle nur fuer ca eine vierte Stunde.

Naja auch mit dem Wasser ist das gerade so eine Sache aber als wir am 02.12 wieder unter einer troepfelnden Dusche standen war das einfach ein  unglaubliches Gefuehl.

Wenn dann mal der Strom wieder da ist kommt natuerlich auch gleich Besuch der sich auf unserem Fernseher das Video der Beerdingung anschaun will. Ja, auch wir sind da drauf auch wenn wir immer sehr unmotiviert aussehen und es fuer mich wirklich komisch ist diese Beerdingung nochmal von vorne bis hinten anzuschaun.

Ausserdem hat uns Ende November unser Mentor besucht und sich erkundigt ob es uns soweit gut geht. Doch wir bekommen nicht nur Besuch sonden waren neulich auch selbst der Besuch und zwar bei unserer Nachbarin, die auch bei uns im Chor singt. Sie hat uns und den Chorleiter zum Essen eingeladen und das war wirklich superlecker auch wenn wir dann 24 Stunden davon satt waren.

Durch die viele Freizeit die wir nun haben haben wir richtig schoen Zeit uns auf Weihnachten vorzubereiten. Das gelingt unter anderm mithilfe unser 6 (!!!) Adventskalender. Wir haben auch fuer die Schwestern einen kleinen Adventskalender gebastelt ueber den sie sich sehr gefreut haben.

Selbst im der Kirche merkt man trotz den hohen Temperaturen, dass es bald Weihnachten ist, denn auch hier gibt es einen Adventskranz. Der ist nicht wie bei uns aus Tannenzweigen sondern aus Blattern und Blumen und alles schoen in lila da das die Weihnachtsfarbe ist. Und auch wir zwei fangen schon an uns Weihnachtlich zu dekorieren denn gestern haben wir unsere Weihnachtskleider bei der Schneiderin abgeholt :)

Euch wuensche ich weiterhin eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit und an dieser Stelle moechte ich mich noch einmal ganz herzlich bei allen Menschen bedanken, die mir diese Zeit durch einen supertollen Adventskalender so wunderschoen gestalten. Das ist wie 24 mal Weihnachten :)

Ganz herzliche Gruesse und eine grosse Portion Sonne fuer euch als Weihnachtsgeschenk :)

Samstag, 23. November 2013

Noch mehr Bilder

Im Unterricht

Essen

die Warteschlange


Graduation









November News



Jetzt ist es ja schon wieder fast einen Monat her, dass ich mich hier gemeldet habe also hoechste Zeit euch auf den neusten Stand zu bringen.

Mir geht es weiterhin super.  In letzter Zeit durfte ich Grossereignisse wie die Graduationparty an meiner Schule, die Feierlichkeiten von Allerheiligen oder die Beerdigung der Mutter von einer unserer Schwestern erleben.



Aber alles der Reihe nach: Ende Oktober bekamen wir von einer Schwester gesagt, dass die 85 jaehrige Mutter von einer unserer Schwestern ploetzlich verstorben sei. Und so machten wir uns am 31. Oktober auf, um bei der Bestattung  dabei zu sein. Dazu mussten wir ca. 2 Stunden mit dem Auto fahren. Das waere ja an und fuer sich nicht schlimm gewesen, waeren da nicht noch die 14 anderen Personen sowie diverse Lebensmittel im Auto, die hohen Temperaturen und die holperigen Strassen gewesen. Und so war schon die Fahrt zur Beerdigung ,in die gruenen Berge um Moshi herum, ein kleines Abenteuer. Hier gibt es keinen Satz wie “Tut mir leid aber das Auto ist voll” nein, da wird gequetscht und gedrueckt bis man nur noch mit einer halben Pobacke auf dem Sitz sitzt aber hauptsache jeder ist dabei.

Als wir ankamen fanden wir ein Dorf vor,  das so aussah wie ich mir ein Urwald Zuhause vorgestellt habe. Viele kleine Lehmhuetten inmitten von Bananenstauden und kein fliessendes Wasser oder Elektrizitaet weit und breit. Wir wurden sofort freundlich in eine der Lehmhuetten zu supersuessem Tee und einer Art Fasnetskuechle eingelanden. Anschliessend sollten wir den Frauen draussen helfen alles fuer die Beerdigung  vorzubereiten. Aber irgendwie konnten wir nur rumstehen und das Gewusel beobachten. Die Beerdigung fand natuerlich draussen statt. Auf den Feldern waren kreuz und quer Baenke und Stuehle aufgestellt. Aus einer fetten Musikanlage droehnte regelrechte Partymusik, teilweise waren zur Beschattung Sonnensegel aufgespannt und es war ein festlicher Altar mit Tuechern und Schleifchen gebaut worden.

Nach kurzer Zeit kam dann ein Auto angeholpert das als Leichenwagen diente. Es fand ein kleiner Umzug vom Auto in eine kleine Huette statt der von den Familienangehoerigen begleitet wurde. Sie sagen Lieder, trugen Kunstblumengestecke und einige Maenner trugen den Sarg. In der Huette setzten sich die Schwestern sofort um den Sarg und begannen den Rosenkranz auf und ab zu beten. Alle Besucher hatten nun die Gelegnheit sich von der Toten zu verabschieden. So ein richtiges System wer zuerst darf gab es eigentlich nicht aber erst kamen eher die Aelteren, dann die Frauen, dann die Maenner und dann wir mit den Schwestern. Als ich in das kleine dunkle Haus trat bin ich erstmal total erschrocken weil ich merkte, dass es sich hier nicht einfach um eine Lehmhuette handelte sondern um einen Ziegenstall. Der Sarg war geoeffnet und das Gesicht der Toten war mit einer Art Baustrahler beleuchtet. Aber die Atmosphaere war irgendwie schoen. Das lag zum einen an der lebendigeren Musik und zum andern an der Kleidung der Menschen. Es waere niemand auf die Idee gekommen sich chick schwarz zu kleiden. Alle Frauen trugen ganz bunte Kangas und auch die Meanner kamen in ihren Altagsklamotten. Immer mehr Menschen kamen und am Ende schaetze ich waren es um die 200 Leute. Ein Mann filmte die komplette Beerdigung und dann gab es eine Art Moderator der umherlief, sagte wer sich jetzt verabschieden darf und sonst noch ein paar andere Sachen auf Kiswahili erzaehlte. Mittlerweile haben wir sogar die Videokasette von der Beerdigung.

Dann kam der Pfarrer und die Messe ging los. Der Sarg wurde im “Altarraum” aufgestellt aber ansonsten (abgesehen von den Huehnern die ueberall umherliefen) war der Gottesdienst wie eine normale Messe. Unter wunderschoenen Gesaengen des Chores wurde die Tote mit Tonnen von Parfuem besprueht. Alle Anwesenden sind dann nocheinmal wie in einem Umzug am Sarg vorbeigelaufen, haben ein bisschen Geld geopfert und sich ein letztes Mal verabschiedet.

Nach dieser Prozedur bei der auch wir wieder als letztes mit den Schwestern am Sarg vorbei kamen wurde der Deckel geschlossen und der Sarg durch ein Menschenspalier zum ca.  5m entfernten Grab gebracht. Als der Sarg herabgelassen wurde warfen ein paar Menschen, unter anderm wir, eine Hand voll Erde hinein. Die Maenner schaufelten dann gemeinsam das Grab zu. Am Schluss wurden noch brennende Kerzen und Blumen in den Grabhuegel gesteckt.

Dann gab es wieder etwas zu Essen und Soda und dann fuhren wir auch schon wieder zurueck.

Ich habe das hier jetzt so ausfuehrlich geschrieben weil mich das alles fasziniert hat und weil es zwar ein paar Paralellen zu einer deutschen Beerdigung gab aber vieles auch sehr veschieden ist. Selbst die nahen Familienangehoerigen waren sehr gefasst und man hat richtig gemerkt, dass in der Dorfgemeinschaft niemand mit seiner Trauer alleine ist. Zwar war ich manchmal ziemlich verunsichert, weil ich ueberhaupt nicht wusste was ich jetzt tun sollte aber das hat sich immer schnell wieder gelegt.



Nach diesem eindrucksvollen Beerdigungstag ging es auch am naechsten Tag fuer uns nicht in die Schule sondern nach Kisekibaha (ca. 20 min mit dem Auto entfert). Dort wohnen ca. 25 Schwester sowie zwei Freiwillige von uns und es ist sozusagen das Mutterhaus von unseren Schwestern. Unsere Schwestern gehoeren zu einem in Holland gegruendeten  Orden der sich “ The Grail” nennt und der Mitglieder in aller Welt hat.

Dort wurden heute 5 neue Schwestern aufgenommen und es wurde Allerheiligen gefeiert. Das ist total irre weil man fast die ganzen 20 Minuten wie durch eine Wueste gefahren ist und dann in eine kleine Oase mit Blumen und Schmetterlingen kommt. Dort gibt es viele Gaestehaeuser, eine eigenen Kapelle und auch einige Tiere. Von Kuehen ueber Hunde und Ziegen ist alles dabei aber das beste  sind die (Horror-) Schweine dort. Die sind ungefeahr so gross wie Ponnys, mega laut und total angesteinfloessend, da braucht man keinen Wachhund mehr :)

Nach der Besichtigung dieser Kreaturen und einer schoenen Messe gab es dann ein leckeres Essen und viele, viele Reden auf Kiswahili. Dann kamen die Schwestern begleitet von Gesang  mit Geschenken fuer die neuen Schwestern in den Raum getanzt. Nachdem wir uns noch mit Hanna, Jasmin und Laura (die anderen Freiwilligen) unterhalten hatten ging es dann auch schon wieder heim.

Die naechsten Wochen verliefen nicht ganz so spektakulaer. Wie waren einen Tag in Moshi wo wir leider mit einem Bus hingefahren sind der wirklich alle 10 Meter angehalten hat und wir ungefaehr doppelt so lange gebraucht haben. Ausserdem besuchen wir ja jeden Montag den Chor, gehen Sonntags in die Jugendmesse und haben jetzt auch schoen angefangen ein bisschen Fitness zu machen :)

Ein besonderer Abend war noch der des 09.11 da habe ich naemlich das schlimmste Gewitter meines Lebens erlebt. Das mit dem Strom zu jeder Zeit trifft grade leider auch nicht immer zu und so sassen wir auch an dem Abend mit den Taschenlampen beim Essen waehrend es draussen gestuermt und geregnet hat. Auf einmal kam dann auch noch der Bilz und der Donner dazu und das war nicht mehr so larifari...Es hat so mega laut gekracht das ich wirklich dachte das Haus  stuerzt zusammen und im selben Augenblick hat der Blitz das ganze Haus erleuchtet. Aber nicht nur Rebekka und ich hatten ziemlich Schiss,  sondern auch die Schwestern bekamen es ganz schoen mit der Angst zu tun. Auf einmal sassen nur noch wir am Tisch weil die Schwestern unter den Tisch gekrochen sind. Eine Schwester hat sich in der Dunkelheit der Kueche von Donner versteckt und Rebekka musste ihr rotes T-shirt ausziehen da die Farbe rot anscheinend den Donner anzieht. Wir dachten beide erst wir waeren im falschen Film und konnten die Situation ueberhaupt nicht einschaetzen weil die Schwester die ganze Zeit, wahrscheinlich aus Unsicherheit, gelacht haben. Aber auch dieses Gewitter ging vorbei aber der Donner (Aussage der Schwestern) hat die Wasserpumpe in der Schule, den Schulcomputer sowie alle unsere Fernsehprogramme, bis auf eines kaputt gemacht. Aber auch dieses Erlebnis mit dem Aberglaube trotz des starken christlichen Glaubens der Schwesern war eine Erfahrung wert.

In der Schule ist es jetzt alles schon in den Endzuegen des Schuljahres. In der ersten und zweiten Novemberwoche schrieben die Schuelerinnen aus Form IV pro Tag zwei Examen. Dieser Lern- und Pruefungsmarathon endete dann am 16.11.13 mit der grossen Graduationparty. Dafuer wurde vorher natuerlich noch allerhand vorbereitet. Songtexte abschreiben, grosses Meeting mit den Lehren ueber den Ablauf (2 Tage voerher (!!!)) und Dekoration des Geleandes. Auch wenn fuer Rebekka und mich die mit weisser Farbe bespruehten Baumstaemme und Steine nich dekorativ sonder eher wie Klopapier auf dem Boden aussah so merkten wir doch dass sich alle viel Muehe gaben einen schoenen Tag zu gestalten. Als wir dann am Samstag in die Schule kamen waren schon einge der Eltern der Schuelerinnen da. Die Examensabsolventinnen trugen neue blaue Roecke und weisse Poloshirts. Wenn sie schon keine eigenen Kleider anziehen durften so wurde es ihnen an diesem Tag wenigstens erlaubt sich zu schminken und Schmuck zu tragen und das sah wirklich super aus.

Nach eine grossen Fotosession begann dann die Messe bei der wir zusammen mit den Lehrern und Schuelerinnen einmaschierten. Laura, Hanna und Jasmin waren auch da. Nach der Messe gab es erstmal super Essen. Wir erfuhren spaeter, dass es sich dabei nur um das Fruehstueck gehandelt hatte... Dann ging das eigentliche Programm los. Die Schuelerinnen sangen mit ihren wahninns Stimmen Lieder oder spielten ein super Theaterstueck vor,  die Headmistress hielt eine Rede und die Lehrer verteilten Zertifikate an die Schuelerinnen. Vorher wurde aber erst noch die National- und Schulhymne gesungen. Nach diesem ziemlich langen aber auch schoenen Programm in der Halle in der es gefuehlt 40 Grad hatte gab es dann das richtige Essen . Nach diesem Essen sah die Halle aus, als haette dort eine Bombe eingeschlagen aber scheinbar hat es den ca. 600 Besuchern geschmeckt. Und dann ging die eigentliche Party los. Ein DJ legte super Tanzmusik auf und die Schuelerinnen zeigten was sie konnten und das war wirklich der Hammer. Sogar die kleinen 12 jahrigen tanzten total unverklemmt und supergut. Wir haben uns richtig untalentiert gefuehlt weil es einfach unbeschreiblich ist wie sich die Maedels zu der Musik bewegen. Neben dem Tanzen haben wir auch etliche Fotos geschossen und richtig viel Spass mit den Maedels gehabt. Das war wirklich ein wahninns Abend auch wenn wir danach von der Hitze und dem langen Tag totmuede waren.

In den letzten zwei Novemberwochen, nachdem die Form IV ja nun schon heimfahren durfte sind die anderen Klassen mit den Examen dran. Das heisst auch wir haben jetzt einiges zu tun. Examen abtippen, und zusammen tackern oder Loesungsblaetter fuer das Matheexamen anfertigen (da wurden unsere Mittelstufen Mathekentnisse mal richtig auf die Probe gestellt). Auch sind wir beide offiziell an manchen Tagen als Supervisor (Aufsicht) eingeteilt worden. Und das ist schon auch ein lustiges Gefuehl, wenn man jetzt mal in der anderen Rolle ist und die Pruefung nicht selber schreiben muss.



Also wie ihr hoert ist hier ziemlich viel los aber keine Angst ich hab immer noch genug Zeit fuer das Pumziken :) Und das naechste Hightlight steht schon an denn wir weden am 23.11.13 mit unserem Chor bei einer Hochzeit singen und da freu ich mich schon riesig drauf. Und apropos Hightlight bei uns hat jetzt die Mangozeit begonnen und jede Mango ist fuer mich ein kleines Hightlight weil die einfach so unbeschreiblich gut schmecken und ich mich jetzt nur noch von Mangos ernaehren koennte :)

Und ich hoffen sehnlichst, dass ich euch etwas von der Waerme hier rueberschicken koennte denn hier ist es wirklich jeden Tag unglaublich heiss.

Ich wuensche euch allen eine wunderschoene Advents- und Weihnachteszeit und werde euch bei meinem neachsten Eintrag berichten wie ich das Fest diese Jahr verbracht habe.



Ganz Liebe Gruesse an meine Family, meine Maedels, meinen Freund , meinen Spenderkreis, und Hannas Mama :)