Mittwoch, 5. März 2014

Januar/Februar



Hallo ihr Lieben, erstmal moechte ich mich dafuer entschuldigen, dass es hier so lange nichts mehr zu lesen gab aber irgendwie habe ich es nicht ins Internetcafe geschafft...samahani sana! Dafuer gibt es jetzt eine umso groessere Portion Afrikanews von den letzten 2 Monaten.

Ersteinmal hatten wir kurz nach meinem letzten Eintrag also Mitte Januar deutschen Besuch aus dem Ort aus dem Rebekka kommt. Da ja das Schuljahr wieder neu begonnen hat, war den Freitag darauf  eine laaaaaange Versammlung mit allen Schuelern und den Lehrern das war ziemlich langweilig und abnormal heiss.
Der naechste Tag  zog sich dann zum Glueck nicht so sehr, denn wir durften wieder Gast auf einer Hochzeit sein. Diesmal traute sich ein Neffe einer unserer Schwestern. Viele Rituale kamen uns da schon bekannt vor da wir ja bereits im November auf einer Hochzeit waren. Doch hat leider dieses Mal der tolle Autocorso gefehlt. Dafuer gab es neben dem “echten” Brautpaar auch noch ein Kinderbrautpaar. Das war ziemlich suess und ist wahrscheinlich auch eine Tradition hier. Ausserdem gab es bei der anschliessenden Feier mehrere Tanzeinlagen. Auch der Sekt wurde erstmal schoen umhergetanzt, jeder Gast musste seine Hand darauf legen und dann erst knallte der Korken. Und dann gab es fuer die naeheren Angehoerigen einen schluck Sekt in die Cola oder Fanta mmmh.  Die Stimmung war mal wieder sehr ausgelassen und auch unsere Schwestern waren richtig gut drauf.
Das kommende Wochenende stand schon die naechste Feier an -Die Taufe der Tochter unseres Chorleiters. Leider mussten wir vormittags nach Moshi und konnten so nur an der anschliessenden “Feier” teilnehmen. Die wurde jedoch in sehr kleinem Rahmen abgehalten doch Careen, das Taufkind hatte sich auch fuer die wenigen Gaeste in ihrem wunderschoenen Taufkleidchen rausgepuzt. Erst als der Vater des Tauflings zur Chorprobe verschwunden war kamen einige Frauen vorbei um zu essen und Musikvideos zu schauen sodass wir nicht die einzigen Gaeste blieben:)
Doch an diesem Wochenende war bei uns noch mehr los. Am Sonntag besuchten wir zusammen mit Father Ronald (einer der indischen Pastoren) zwei Gottesdiensten in den Outstations. Dafuer fuhren wir erst einmal eine Weile in Begleitung von Backstreetboys Mukke durch die Steppe um dann an einer winzigen Kirche zu halten. Dort warteten  ca. 20 Gemeindemitgleider schon auf Father Ronald. Der Gottesdienst war wirklich stimmungsvoll, die Menschen war mit ganzem Herzen dabei und sagen wunderschoene Lieder. Die zweite Messe war etwas voller da auch ein paar Schueler anwesend waren. Doch auch diese Kirche lag in “the middle of nowhere” . Wir wurden anschliessend dann noch von einer Familie zu frisch gefangem Jipe-Fisch eingeladen, der wirklich koestlich war. Es war toll zu erleben, dass es eigentlich ueberhaupt nichts braucht um einen schoenen Gottesdienst zu feiern ausser eben begeisterte Menschen.
Tja und nach diesem besonderen Wochenende stand schon der naechste Ausflug an -Kisekibaha um Hanna und Jasmin zu besuchen. Wir haben die Zeit genutzt um uns einmal die Schule der beiden anzuschauen. Und die bildet wirklich einen Kontrast zu unserem Internat. Teilweise gibt es fuer zwei Klassen nur einen Raum. Doch das ist kein Hindernis hier. Es gibt ja schliesslich Moeglichkeit 1: Schichtunterricht wie bei Stadart I und II also die eine Klasse kommt vormittags und die andere nachmittags  oder eben Moeglichkeit 2:  Ziehung einer imaginaeren Wand. Dabei sitzen die Schueler Ruecken an Ruecken und an der Vorder- und Hinterwand ist eine Tafel angebracht sodass die Lehrer sich waehrend  dem Unterrichten anschauen. Am Sonntag waren wir dann in einem Gottesdienst unter einem Wellblachdach und sassen dabei auf winzigen Kniebaenken. Komischerweise feiern die Schwestern nur 500 Meter weiter in einer wunderscheonen Kirche aber die Leute vom Dorf muessen in ihre eigene “Kirche” gehen. Doch auch dieses Mal war der Mangel an Ausstattung kein Hindernis um einen tollen Gottesdienst feiern zu koennen.
Ja und nach diesem Wochenende bei Hanna und Jasmin stand dann  schwupp die wupp auch schon das Zwischenseminar vor der Tuer. Es war einfach genial alle Freiwilligen zu treffen und zu sehen, dass es allen gut geht. Ausserdem habe ich mich sehr gefreut unsere Sprachlehrer Ute und Dieter wieder zu sehen die extra fuer das Seminar aus Deutschland gekommen waren. Wir hatten so viel zu erzaehlen und haben die lustigsten Geschichten gehoert (also es lohnt sich auch mal auf den Blogs von meinen Mitfreiwilligen vorbei zu schauen).  Doch neben der Plauderei hatten wir auch noch eine Menge Programm. Wir mussten in Kleingruppen bestimmte Themen bearbeiten und dazu Rollenspiele vortragen. Anschliessend wurde das Thema noch allgemein diskutiert. Ausserdem waren  Einzelgespraeche mit Dieter und Ute eingeplant  sowie die Vorbereitung  einen bunten Abends fuer uns und die Leute des Agapecenters. Wir bekamen auch Besuch von einem tansanischen Journalisten den wir ueber die aktuelle politsche und wirtschaftliche Lage Tansanias interviewen durften. Das war wirklich sehr interessant auch wenn wir seine Meinung nicht immer teilten.  Zudem machten wir einen Ausflug in die Universitaet um dort Vortraege von dem Leiter der Fakultaet fuer Kiswahili zu hoeren. Er berichtete uns ueber Anti-Aids Werbung in Tansania sowie den Stellenwert des Kiswahili in Afrika.   Die Universtitaet selber hat sich nicht einmal so besonders von deutschen Unis unterschieden. Da  zu der Zeit Semesterferien waren war nicht allzu viel Betrieb auf dem Gelaende. Doch trotzdem konnten wir uns ein Bild vom Studieren in Tansania machen.
Zum Abschluss des Seminars kam dann noch das Highlight -Der Strandtag. Wir genossen wieder den traumhaften Strand, das supergute Wetter und das unglaublich leckere Buffet am Baharibeach. Vor allem das Essen hat uns schwer beeindruckt. Das Salat oder Pastagerichte so wunderbar schmecken war mir gar nicht mehr bewusst :)
Anders als das gute, europaeische Essen mussten wir den indischen Ozean dieses Mal gar nicht  so lange vermissen, da wir mit ein paar anderen Freiwilligen nach dem Seminar noch nach Bagamoyo aufbrachen. Das Kuestenstaedtchen Bagamoyo liegt etwas noerdlicher von Dar es Salaam und es gibt dort viele Gebauede aus der ehemaligen Kolonialzeit. Wir genossen die ruhige Atmoshphaere dort nachdem wir von dem ganzen Laerm und Dreck in Dar es Salaam schon wieder genug hatten.
Da unser Hostel dirket neben dem College of Arts lag statteten wir den Studenten dort einen Besuch ab. Das lief dann darauf hinaus, dass sie uns das Gelaende zeigten auf dem das groesste Theater Ostafrikas steht. Ausserdem durften wir hinter die Buehne schauen und beim Proben zusehen. Dann bekamen wir sogar noch eine Privatvorstellung in Gesang und Schauspiel von zwei Studenten. Und dann mussten wir selbst aktiv werden. Wir lernten eine Art Flashmob, machten Theaterspielchen und mussten einzeln vortanzen. So verbrachten wir fast zwei  Stunden mit diesen Studenten auf der Buehne und alles war einfach super witzig und super verrueckt :)
Abends trafen wir uns dann noch einmal mit den Studenten. Wir zogen nichtsahnend los um mit ihnen in einen Club zu gehen und gerieten dann noch in die “Semesterabschlussparty”. Die war aber keinesfalls mit einer deutschen Studentenparty zu vergleichen. Die Studenten packten zuerst grosse Trommeln aus und dann wurde zu den Beats ums Lagerfeuer gerannt und getanzt. Wir durften natuerlich auch nicht nur Zuschauer bleiben so liessen wir uns erstmal schoen zuraeuchern bis wir dann mit ihnen in den Club weiterzogen. Diese ganze Aktion war wirklich superlustig und ich dachte mir des oefteren, wenn ich das in Deutschland erzeahle werden mich sicher alle als nicht ganz normal erklaeren. Und vor allem haette ich es nie fuer moeglich gehalten, dass man nur zu Trommelschlaegen so gut tanzen kann.
Die restliche Zeit in Bagamoyo verbrachten wir am Strand und in der Stadt. Wir besichtigten die erste katholische Kirche Ostafrikas, einige arabische Gebauede sowie weitere Bauwerke welche von deutschen  errichtet wurden. Ausserdem das Livingston Denkmal, ein sehr bedeutendes Memorial fuer Tansania. 
Alles in Allem habe ich diesen Kurzurlaub sehr genossen und mich auch ein bischen in Bagamoyo verliebt.
Auch unsere Rueckreise nach Mwanga war begleitet von schoenen Momenten. Wir mussten erst mit einem DallaDalla ziemlich frueh in ein kleines Dorf am Rande der grossen Busstrasse aufbrechen. Dort hatten wir dann noch ca. eine Stunde aufenthalt. Da wir noch nichts gefruehstueckt hatten und es auch ein bisschen regnete wurden wir zu frisch gebackenen Chapatis und Tee eingeladen. So sassen wir da unter einem Wellblechdach (und da wir zu sechst anscheinend schon ein ungewoehnlich grosse Zahl an Menschen waren mussten sogar noch Stuehle angeschleppt werden) und genossen das Fruehstueck in typisch afrikanischer Atmosphaere.
Doch die Schueler warteten auch schon sehensuechtig auf uns und so starteten wir am 17.02. hier in St. Teresa wieder durch. Wir kommen mit unserem Computerunterricht gut vorran und koennen  mitlerweile sogar einige Maedchen von anderen unterscheiden. Das absolute Highlight fuer die Maedchen war neulich als sie waehrend der Sports und Games Zeit das Gelaende verlassen durften um  eine kleine Runde in den Bergen zu drehen. Als ich die Maedchen so jubelnd aus dem Tor stuermen sah hat mich das an die Bilder des Berliner Mauerfalls erinnert so begeistert waren die Schuelerinnen. Bei diesem kleinen Ausflug habe ich auch mal wieder gemerkt wie wunderschoen die Landschaft hier um Mwanga herum ist. Da die Regenzeit dieses Jahr schon etwas frueher begonnen hat (zu Glueck!!!) ist alles wunderschoen gruen und wirkt am Fusse des Kilimanjaros einfach wie im Bilderbuch. Doch ausser diesem Trip gibt es vom Schulalltag wenig spektakulaeres zu berichten. Leider mussten wir in letzter Zeit sehr oft mit anschauen wir die Maedchen hier Schlaege bekommen. Und da ist fuer uns natuerlich schwer einfach weg zu schauen und diesen Punkt in der afrikanischen Kulur zu akzeptieren. Wir hoffen das legt sich bald wieder. Im Kontrast zu dem tristen Schulalltag der Maedchen haben wir aber so gut wie jedes Wochenende ein anderes Highlight.
Direkt nach dem Wochenende in Bagamoyo bekamen wir Besuch von Anne und Nina, zwei Freiwilligen die in der Mitte Tansanias arbeiten aber jetzt mal eine Runde Urlaub gemacht haben. Mit den beiden sowie Hanna, Jasmin und Jasmins Schwester ,die auch zu Besuch gekommen war, machten wir einen Ausflug in das Bergdorf Usangi. Nach einer abenteuerlichen Fahrt ,mit mal wieder viel zu vielen Personen in einem Auto, in die Berge erstreckte sich zwischen Bananen Stauden ein schnuckeliges kleines Dorf. Wir erklommen sogar einen kleinen Berg von dem aus wir bis nach Kenia schauen konnten. Wir sahen den Lake Jipe an dessen Ufer wir ja schon einmal waren. Und dieser Ausblick auf den See und die Berge Kenias war einfach atemberaubend. Diesen wunderschoenen Tag liessen wir dann noch gemeinsam in Mwanga bei leckerem Essen ausklingen.
An diesem Wochenende mussten wir uns dann leider schon wieder von Nina und Anne verabschieden dafuer trafen wir aber zwei Freiwillige aus Deutschland die ebenfalls in Mwanga arbeiten.
Da ja mittlerweile schon die Halbzeit schon fast rum ist und wir in diesem wunderschoenen Land noch einiges erleben moechten sind auch die naechsten Wochenenden schon wieder reichlich vollgepackt. Doch von all unseren neachsten kleinen und grossen Abenteuern hier werde ich euch dann hoffentlich bald berichten koennen.
Bis dahin wuensche ich euch eine tolle Zeit und ganz viel Sonnenschein!
Ich moechte mich hier auch noch ganz besonders  bei meiner tollen Mama fuer all die lieben Paeckchen und Briefe bedanken :)

Samstag, 11. Januar 2014

Ganz viele neue Bilder

Die Schüler vom St. Joseph Internat

Unsere indischen Pfarrer und die Leherer von St. Joseph

Bananenplantage in Marangu

Wasserfall in Marangu

Ausflug mit Nele in den Urwald

Sternsingerdenkmal in Himo

unsere Christmascorner

Die Weihnachtskrippe in der Kirche

Sister Eugenia

Sister Maria Goretti

Sister Devota

Laura und ich an Weihnachten

die drei Mwangamaedels mit Christmaskleid

Auf dem Weg zum Nyumba ya mungu (genau dort hatten wir eine Reifenpanne)

nyumba ya mungu

Rebekka und ich im Kanu auf dem See

Petronilla (unsere Nachbarin) und ich

wir und Thadeus (unser Chorleiter)

Jasmin und ich in Arusha in den letzten stunden von 2013

"dip dip" singen am lake jipe

Lake jipe

Mango ernte

Dinner for one über den Dächern von Arusha

Das gigantische licht in Marangu

Swimingpool am fusse des Kilimanjaro

Die Silvestercrew

Reibekuchen


Bananen :)

Heri ya mwaka mpya



Erstmal wuensche ich euch allen nur das Beste fuer das neue Jahr 2014, in dem ich ja die meiste Zeit hier in Tansania verbringen werde.
Wir haben in den letzten Wochen des alten Jahres noch ziemlich viel erlebt und auch einen wirklich tollen Start ins neue Jahr gehabt.

Im Dezember war ja wie gesagt in der Schule nicht allzuviel los. Die Pre Form one Schuelerinnen haben Examen geschrieben, welche wir wieder abtippen, beaufsichtigen und korrigieren durften. Wir haben ausserdem beim Ausstellen der Zeugnisse fuer die anderen Schuelerinnnen sowie beim Einordnen der ca. 300 Zeugnisse in diverse Mappen geholfen. Das war teilweise ein ganz schoenes Geschaeft weil Ordnung hier nicht allzu gross geschrieben wird.
An den Wochenenden habe wir dann die freie Zeit genutzt und diverse Ausfluege hier in der Naehe gemacht. Am 10.12.13 wurden wir von vier indischen Pfarren eingeladen ihr neu gegruendetes Jungeninternat zu besuchen und mit den Jungs ein bisschen zu spielen und zu diskutieren. Wir hatten einen der Pfarrer bereits einmal hier in der Kirche gesehen. Die Schule in Kifaru (ca. 20 min mit dem Auto von uns entfernt) ist einfach wunderschoen. Dort leben ca. 50 Jungs die im selben Alter sind wie die Pre-form Maedels bei uns. Sie haben aber im Gegensatz zu unserer Schule total viel Platz und Zeit zum Spielen und die Pfarrer sowie die vier Lehrer lehnen die Strafe mit dem Stock ab, was uns natuerlich total beeindruckt hat. Ausserdem ist das Verhaeltnis zwischen Lehrern und Schuelern einfach total gut.
Was wirklich bewundernswert ist, ist die Zeitspanne in der die 4 Pfarrer diese Schule auf die Beine  gestellt haben. Sie sind erst im Juni angereist und schon im Dezember kamen die ersten Schueler und wurden dort unterrichtet. Da uns das ganze Klima dort so gut gefallen hat, haben wir diese Schule auch als neue Einsatzstelle an die Caritas weiterempfohlen.
Wir haben mit den Jungs dort Voelkerball gespielt was wirklich total lustig war und als die Jungs dann mal verstanden hatten um was es ging waren sie mit ganzem Koerpereinsatz dabei. Wir wurden dann von allen zu einem gemeinsamen Ausflug zum Lake Jipe am kommenden Samstag eingeladen.
Zu einem See direkt auf der Grenze zu Kenia zu fahren war natuerlich eine Chance die wir uns nicht entgehen lassen wollten. Uns so sassen wir am Samstag mit den Pfarrern, den Lehrern und den Schuelern im Bus und holperten erst zu einer anderen Seconday school, die die Jungs sich anschauen sollten und dann in ein Fischerdorf am Lake Jipe. Wir fuhren durch wirklich wunderschoene total gruene Landschaften aber dann direkt am See war alles wieder kahl und trocken. Die Jungs hatten einen grossen Spass und wir sangen mit ihnen ein paar Lieder. Den See selber hat man wegen des hohen Schilfes leider nicht gesehen und baden haette man wegen der Bilharziose und den Krokodilen und Flusspferden sowiso nicht gekonnt.
Auf dem Rueckweg durften die Jungs noch einen riesigen Mangobaum abernten und das sah einfach so toll aus wie alle unter diesem Baum standen, sich von Mangos beregnen liesen und alle Taschen und Rucksaecke bis zum Anschlag vollstopften. Mittag assen wir dann in einer “Kirche” die eigentlich nur ein halbfertiges Steingebaeude war. Auf einmal hat es leider angefangen wie aus Kuebeln zu schuetten und ungluecklicherweise war der Bus nicht ganz wasserdicht. In Kifaru angekommen kamen die Jungs fast nichtmehr in die Schule da die komplette Strasse ueberflutet war. 
Ein aehnliches Problem hatten wir auch in Mwanga. Dort war naemlich die Hauptverkehrsstrasse von einem reissenden Fluss gekreuzt worden. Naja, da standen wir dann und kamen nicht mehr Heim aber dank unseren Chorconnections haben wir dann eine Frau gefunden die uns nach ca. 1,5 Stunden warten mit ihrem Auto heimgefahren hat ,denn das Wasser war wieder gesunken. Doch trotzdem war es immer noch eine Herausforderung ueber die Matschstassse zu uns nach Hause zu fahren. Die Schwestern haben uns erzaehlt, dass bei dieser Ueberschwemmung sogar eine Frau ums Leben gekommen sei als sie in den Fluss gespuehlt wurde. 

Das kommende Wochenende verbrachten wir dann bei Nele, einer anderen Freiwilligen in Himo ca 1,5h von uns entfernt. Zusammen mit ihr machten wir einen Ausflug in das wunderschoene Bergdorf Marangu. Dort wurden wir von einem Guide zu den bekannten Wasserfaellen gefuehrt. Dazu mussten wir ersteinmal eine Stunde durch Bananenplantagen und Urwaelder laufen. Als wir den grossen Wasserfall sahen hatte uns das eigentlich gereicht aber der Guide wollte mit uns direkt an den Wasserfall. So mussten wir durch einen ziemlich reissenden Fluss waten und an einem total nassen und glitschigen Felsen hochklettern. Naja, dabei ist Nele leider 2 mal komplett ins Wasser gefallen (einmal mit Guide) und auch ich hing einfach nur noch an einem Arm des Guides ueber dem Fluss. Das waren zwar kurze Schrecksekunden aber dafuer war es definitiv ein Abenteuer. Und das Tolle war das man in dem Fluss sogar baden konnte und da wir sowiso schon nass waren haben wir das dann auch gemacht. Wer kann schon von sich behaupten, dass er kurz vor Heilig Abend in einem Urwaldswimmingpool gebadet hat? Wieder zurueck in Marangu haben wir dann noch fuer umgerechnet 1, 50 Euro Mittaggegessen und dann das restliche Wochenende bei Nele gemuetlich verbracht.
Tja, und dann stand ja schon Weihnachten vor der Tuer. Am 23. musste naturlich erstmal alles blitzblank sauber gemacht werden. Am 24. waren zwei unserer Schwestern auf einer Beerdigung aber die dritte Schwester hat zusammen mit unserer Haushaelterin alles fuer das Fest vorbereitet. Wir halfen beim dekorieren, was hier aber nicht Weihnachtsbaumschmuecken und Krippe aufstellen bedeutet. Erstmal wurden die Sofas neu bezogen und dann wurde die Weihnachtsecke gestaltet. Dazu wurden Palmen und ein grosses Styroporteil angeschleppt und mit Weihnachtskarten und knallbunten Girlanden verziert.
Um halb 8 sassen wir dann puenktlich zur Gebetsstunde in der Kirche. Und als ich diese sonst so kahle und wirklich nicht sehr schoene Kirche betrat war ich wirklich begeistert. Die komplette vordere Wand war mit roten und gelben Tuechern verhaengt worden und rechts und links standen Palmenzweige und jeweils ein Plastiktannenbaum mit bunten Lichterketten. Ausserdem war eine grosse, schoene Krippe aufgestellt worden und am Altar hingen Lichterketten und eine glitzernde “Merry Christmas” Girlande. Auch an der Decke waren Faehnchen angebracht. Nach dem Gebet ging dann das Krippenspiel los und das war wirklich wunderschoen. Fast der gesammte Text war gesungen und es wurde nicht nur von Kindern gespielt, wie das bei uns so ueblich ist. Trotz das es auf Kiswahili war haben wir relativ viel verstanden und die Lieder sowie die ganze Inszinierung waren wirklich toll.
Nach dem Krippenspiel begann die eigentliche Christmette. Rebekka und ich sagen dabei im Chor. Der Witz schlechthin waren unsere Weihnachtschoruniformen. Wir trugen quitschgruene Regenkittel die stark nach Froschkostuemen aussahen und unter denen man ziemlich schwitzte. Aber naja die Schwestern bezeichneten sie als “smart”,
Trotz das wir uns ziemlich einen abgeschwitz haben kamen wir mithilfe der Weihnachtslieder, unter anderem 'Gloria in Excelsis deo' und der tollen Dekoration ziemlich in Weihnachtsstimmung.
Was mir richtige Gaensehaut gemacht hat war die anschliessende Autofahrt nach Hause als wir das Auto wieder voll gepackt haben und alle zusammen nochmal Weihnachtslieder gesungen haben.
Als Abschluss des Heiligen Abends gab es dann noch superleckeres Essen: Chapati, Kuchen, Mandazi und Huehnchen uns sogra Soda und Wein.
Den ersten Weihnachtstag verbrachten wir wieder vormittags in der Messe (Dieses mal ohne Froschkostuem) und nachmittags in Hikima, einem Socialcenter in Mwanga der auch den Schwestern unseres Ordens gehoert. Dort wurde lecker gegessen und gesungen. Leider bekamen wir am Nachmittag die Nachricht, dass ein Pfarrer verstorben sei, den die Schwestern sehr gut kannten. So war die Weihnachtsfreude wieder abgedaempft.
Der 2. Feiertag oder der so genannte “Boxingday” bagann wieder in der Messe. Nach dem Fruehstueck war dann endlich die Bescherung. Dazu musste ich als Juengste unserer Familie die Weihnachtsgeschenke in der Weihnachtsecke suchen. Wir bekamen von den Schwestern wunderschoene Kitenges geschenkt. Sie haben sich gegenseitig Zahnpasta uebrreicht :)
Nachmittags trafen wir uns dann noch mit Hanna, Jasmin und Laura.
Auch wennWeihnachten hier wirklich total anders war, so bin ich doch froh es einmal erlebt zu haben. Zwar ist die ganze Atmoshphaere in Deutschland schon schoener aber hier erinnert Weihnachten wirklich an eine Geburtstagsparty. Da ist nichts von wegen stille Nacht sondern die Menschen freuen sich einfach nur riesig ueber Jesu Geburt.
Zwischen den Jahren haben wir dann noch mit unserem Chorleiter und unserer Nachbarin einen Ausflug an den Stausee “Nyumba ya Mungu” ( Haus Gottes) gemacht.
Und auch das war einfach ein wunderschoener Tag. Der See lag mitten in der Wueste war aber trotzdem riesengross. Wir durften sogar mit einem Kanu ein Stueck auf den See rausfahren. Baden war wieder wegen den Krokodilen, die dort anscheinend wohnen nicht moeglich. Wir haben auch noch einen kleinen Abstecher zu einer heissen Quelle gemacht in der ein paar Kinder gebadet haben das war auch sehr faszinierend. Zum Abschluss des Tages waren wir noch in einem sehr schoenen Hotelrestaurant essen wo eine riesige Hochzeit gefeiert wurde. 

Am 30.12.13 fand  dann die Beerdigung des an Weihnachten verstorbenen Pfarrers in Kisekibaha statt. Das war nochmal eine andere Dimension als die Beerdingung die wir schon erlebt haben. Es waren alleine 60 Priester da und sogar der Bischof. Ausserdem etliche Schwestern und Leute aus dem Dorf. Da war klar das man auch einen ganze Menge Essen brauchte und so sassen wir da und haben Eimer voll Karotten gerieben oder Wassermelonen geschnitten. Die Beerdigung selber war ziemlich lang aber sehr geschmackvoll. Am Ende bekam jeder eine Rose, die er oder sie dann auf das Grab stecken durfte und das sah wirklich toll aus.
Nach der Beerdigung  gings dann los nach Arusha um dort Silvester mit 12 anderen Freiwilligen zu feiern. Wir wohnten die Tage in einem Backpackershostel mit toller Dachterasse auf der man gemuetlich sitzen und reden konnte. Die Jahreswende verbrachten wir in einem Club nachdem wir zuvor lecker Pizzaessen waren. Ausserdem besuchten wir in Arusha noch den Maasaimarkt auf dem man so gut wie alles haettekaufen koennen weil der Schmuck und die Dekoartikel einfach so wunderschoen sind. Aber es ist auch sehr anstrengend weil einfach jeder Verkaufer offenkundig der Meinung ist, man muesste doch unbedingt seine Produkte kaufen.
Am 02.01.14 ging es dann auch schon wieder Richtung Mwanga, da am naechsten Tag das grosse Lehrermeeting fuer das neue Schuljahr stattfand.
In unseren letzten Ferientagen bekamen wir noch einmal Besuch von Hanna, Jasmin und Laura und haben auch einmal versucht Reibekuchen zu machen. Das Apfelmus ist uns wirklich super gelungen aber die Kuchen waren eher Broesel. Hat aber trotzdem superlecker geschmeckt.
Am Dreikoenigstag sind in unserer Schule dann schon die ersten neuen Form one Schuelerinnen eingetroffen. Rebekka und ich werden vorraussichtlich insgesammt 12 Klassen mit jeweils zwei Wochenstunden unterrichten und werden somit auch ganz schoen beschaeftigt sein.
Was dann hier in Mwanga noch bis zum Zwischenseminar in ca. einem Monat passiert und was wir in Dar es Salaam so fuer Tage erleben, werdet ihr dann in meinem naechsten Blogeintrag erfahrern.
Ich bin gespannt, was das neue Jahr noch so fuer Erlebnisse mit sich bringt!
Bis dahin ganz liebe Gruesse und alles Gute euch :)

Samstag, 7. Dezember 2013

Adventsblog


Habari Habari,


da ich hier gerade das absolut Gegenteil von Vorweihnachtsstress empfinde habe ich genug Zeit um euch mal wieder ueber meine letzten Erlebnisse zu berichten.

Die letzten zwei Novemberwochenenden waren wir hier ziemlich viel am singen da unser Chor jeweils Samstags auf einer Hochzeit und Sonntags in der Messe gesungen hat.

Die Hochzeit am 30.11 war von einer der Chormitgliederinnen,  sodass wir sogar auf der anschliessenden Feier eingelanden waren.

Das Singen in den Gottesdiensten macht echt total viel Spass weil hier ja nicht nur mit dem Mund gesungen wird sondern meist der ganze Koerper mitwippt. Auch wenn wir nie alle Lieder kennen die gesungen werden so bewegen wir doch uneauffaellig unseren Mund und tanzen einfach mit :)

Als ich gehoert habe,  dass wir auf einer Hochzeit singen werden habe ich mich vorgestellt das die Kirche wie in den Sonntagsmessen aus allen Neahten platzt und die Geaste super chick angezogen sind. Doch sowohl in der ersten als auch in der zweiten Hochzeitsmesse bestand ca. die Haelfte der Besucher aus unserem Chor. Zwar hatten beide Braeute wirklich schoene Kleider und Frisuren doch manche Besucher kamen auch in Flip-Flops und der erste Breautigamm hatte einfach nur ein gelbes Hemd an. Das erste Brautkleid war ganz schlicht und weiss und die zweite Braut trug an blau-silbernes Kleid. Aber immerhin war die Kirche feierlich mit Blumen und weissen Tuechern geschmueckt.

Die eigentliche Trauung war sehr kurz. Das Paar und zwei Trautzeugen gingen nach vorne, sie gaben sich ein “Ndio” (ja) dann legte der Pfarrer seine Schearpe auf die Heande und segnete die Trauringe die anschliessend angesteckt wurden. Koerperkontakt hatte das Paar so gut wie keinen und auch sahen  sie irgenwei nicht so richtig gleucklich aus. Doch unser Chor hat richtig super Stimmung verbreitet und das war dann auch ansteckend :)

Als dann die Messe vorbei war kam der eigentlich spektakulaere Teil.  Auf der Hochzeit unseres Chormitglieds haben wir einen Autocorso von der Kirche zum eigentlichen Festplatz gestartet und das war einfach der Wahnsinn. Die Karawane bestand aus 4 Autos welche bis zum Rand vollgequetscht waren. Das Brautpaar hatte sogar ein Keyboard auf dem Schoss. Unsere beiden Chorleiter sind mit ihren Motorraedern slalom um die Autos gefahren. In jedem Auto fand eine eigene Party statt  da alle Insassen laut gesungen und getanzt (sogut das eben in den Autos moeglich war) haben. Dann sind wir im Schritttempo mit Warnblinker und Hupkonzert durch Mwanga gefahren. Am Strassenrand standen Menschen die sich alle umgedreht und gewunken haben. Als wir dann ankamen waren schon ziemlich viele Leute versammelt (unter den Gaesten auch 3 Massai) und es war eine art Altar mit Sofa fuer das Brautpar hingerichtet worden. Wir sangen dann noch ein Lied und eine Moderatorin redete ziemlich viel auf Swahili. Dann gabs Essen das Problem war nur, dass wir draussen waren und es schon beinahe dunkel war und keiner daran gedacht hatte den Platz irgendwie zu beleuchten . Das war natuerlich auch ein Vorteil denn so haben ich nicht genau gesehen, was ich da alles mit den Fingern gegessen habe. Besteck gab es naemlich nicht. Nach dem Essen kam dann die grosse Gaudi fuer die Tansanier- Die vorher feierlich angeschnittene kleine Hochzeitstorte wurde gegenseitig verfuettert. Ich verstehe immer noch nicht was daran so unglaublich lustig sein solle aber die Gaeste haben sich schlapp gelacht. Nachdem wir dann noch unsere Geschenke tanzend uebberreicht hatten ging es leider schon wieder nach Hause.

Mir hat die Hochzeit einfach supergut gefallen, da die Stimmung so genial war und stanendlig laut gejubelt und geklatscht wurde.

Im Gegensatz dazu ist in der Schule hier nichtmehr so viel los. Seit dem 02.12.13 sind nur noch die beiden Pre Form one Klassen hier, da die anderen Schuelerinnen in die Ferien gefahren sind. Nachdem wir die letzten Wochen viel mit Korrigieren von Multiplechoice und Matheaufgaben beschaeftigt waren haben wir jetzt nichtmehr so viel zu tun. Auch hatten wir weahrend der Pruefungszeit die Aufgaben Aufsicht ueber ca. 300 Prueflinge zu machen, gefuehlt 1000 Blatter zusammenzutackern oder Examen abzutippen.  Bei der Korrektur haben wir einen sehr genauen Leistungsschwerpunkt der Schuelerinnen festgestellt der definitiv nicht in Mathematik sondern eher in Englisch liegt :)

Das mit dem Examen aptippen war teilweise ein ziemlicher Akt da hier grad regelmassig Stromasufalle sind und ohne Strom leider nicht viel abgetippt werden kann. Das war auch das Problem als den Lehrern am letzten Schultag noch einfiel so wollten doch Homepackages also Ferienaufgaben fuer die Schuelerinnen machen die wir dann schnell noch aptippen sollten. Naja aber gerade dann war der Strom weg, also wurden wir am spaten Nachmittag nochmal zu Hause angerufen und uns wurde gesagt  wir sollten doch nochmal kommen jetzt sei der Strom wieder da -wie sich herrausstelle nur fuer ca eine vierte Stunde.

Naja auch mit dem Wasser ist das gerade so eine Sache aber als wir am 02.12 wieder unter einer troepfelnden Dusche standen war das einfach ein  unglaubliches Gefuehl.

Wenn dann mal der Strom wieder da ist kommt natuerlich auch gleich Besuch der sich auf unserem Fernseher das Video der Beerdingung anschaun will. Ja, auch wir sind da drauf auch wenn wir immer sehr unmotiviert aussehen und es fuer mich wirklich komisch ist diese Beerdingung nochmal von vorne bis hinten anzuschaun.

Ausserdem hat uns Ende November unser Mentor besucht und sich erkundigt ob es uns soweit gut geht. Doch wir bekommen nicht nur Besuch sonden waren neulich auch selbst der Besuch und zwar bei unserer Nachbarin, die auch bei uns im Chor singt. Sie hat uns und den Chorleiter zum Essen eingeladen und das war wirklich superlecker auch wenn wir dann 24 Stunden davon satt waren.

Durch die viele Freizeit die wir nun haben haben wir richtig schoen Zeit uns auf Weihnachten vorzubereiten. Das gelingt unter anderm mithilfe unser 6 (!!!) Adventskalender. Wir haben auch fuer die Schwestern einen kleinen Adventskalender gebastelt ueber den sie sich sehr gefreut haben.

Selbst im der Kirche merkt man trotz den hohen Temperaturen, dass es bald Weihnachten ist, denn auch hier gibt es einen Adventskranz. Der ist nicht wie bei uns aus Tannenzweigen sondern aus Blattern und Blumen und alles schoen in lila da das die Weihnachtsfarbe ist. Und auch wir zwei fangen schon an uns Weihnachtlich zu dekorieren denn gestern haben wir unsere Weihnachtskleider bei der Schneiderin abgeholt :)

Euch wuensche ich weiterhin eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit und an dieser Stelle moechte ich mich noch einmal ganz herzlich bei allen Menschen bedanken, die mir diese Zeit durch einen supertollen Adventskalender so wunderschoen gestalten. Das ist wie 24 mal Weihnachten :)

Ganz herzliche Gruesse und eine grosse Portion Sonne fuer euch als Weihnachtsgeschenk :)